Triathlon- und Ausdauersport

Teck-Neckar-Fils - Wernau e.V.

Challenge Roth - Langdistanz-Fest der Extraklasse

Ich absolvierte in 2012 und 2013 meine 2. und 3. Langdistanz in Roth. Damals war mir schon klar, dass ich irgendwann wieder am Mekka des Triathlons teilnehmen möchte. Dieses Jahr war es soweit.

Auch wenn ich etwas skeptisch war, da ich sonst immer an Wettkämpfen später im Jahr teilnehme und nun mein Training anders gestalten musste, war die Vorfreude riesig. Schon bei der Anreise am Freitag war die besondere Atmosphäre spürbar. Ein ganzer Landkreis im Triathlonfieber, gutgelaunte Leute und Helfer, rund 3.500 Einzelstarter und 600 Staffeln – die größte Langdistanzveranstaltung der Welt, einfach unbeschreiblich.

Die Stimmung im Triathlonstadion Roth ist unbeschreiblich


Am Samstag beim Bike-Check-in noch sonnige 33 Grad waren für den Sonntag milde 22 Grad mit Wind und teilweise Regen angesagt. Aber zum Glück keine Hitzeschlacht bei knapp unter 40 Grad wie eine Woche zuvor in Frankfurt.

Ruhe vor dem Sturm


RaceDay: Beim Frühstück um 4:30 Uhr noch starker Regen lies dieser immer mehr nach. Bei den Vorbereitungen nieselte es nur noch leicht, aber trotzdem waren über 200.000 Zuschauer beim Schwimmstart der Profis um 6:30 dabei. Der Kanal hatte angenehme 24,4 Grad sodass die Nichtprofis mit Neoprenanzügen schwimmen durften.

Schwimmstart

Alle 5 Minuten wurde eine Startgruppe von rund 300 Startern auf die Reise geschickt, was den Schwimmstart angenehm macht da genug Platz für alle Starter war. Durch den geraden Flussverlauf war das Orientieren kein Problem. Allerdings benötigte ich dieses Mal gefühlt relativ lange um meinen Rhythmus zu finden aber dann lief es richtig gut. Nach 1:13:54 – im üblichen Rahmen - war ich wieder raus dem Wasser und nach einem, für mich schnellen Wechsel, ging es ab auf die Radstrecke.

Bei etwas mehr als 20 Grad war der Himmel etwas grau und es gab leichten Wind aber es blieb trocken, nur die Straße war auf den ersten Kilometern noch etwas feucht wurde aber immer trockener. Die Rundstrecke ist wellig mit 2-3 Anstiegen, also für schnelle Zeiten prädestiniert. Sehr viele Stimmungsnester beflügeln ungemein. Allen voran der wohl bekannteste Triathlon-Hotspot der Welt: der Solarer Berg. Rund 40.000 Menschen lassen nur eine Fahrradbreite Platz und feuern lautstark die Athleten an. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut wenn ich daran denke.

In der ersten Runde hatte ich eine sehr gute Mischung aus Tempo und Schonen für später und hätte das Tempo in der 2. Radrunde noch etwas erhöhen können, doch der Wind wurde immer stärker. Dies kostete einiges an Kraft, aber ich fühlte mich richtig gut und konnte meinen Durchschnitt halten. Nach 5:25 kam ich in der Wechselzone an, was einen Schnitt von 33,2 km/h bedeutet.

Die ersten Kilometer der Laufstrecke fühlten ich richtig gut und ich hatte große Mühe mich zu bremsen,  gefühlt war ich zu schnell unterwegs. Was mit einem Schnitt von 4:45 je km bis KM5 auch stimmte. Danach pendelte ich mich zwischen 5:30 und 7:00 min/km ein. Auf dem langen Weg zum 2. Wendepunkt (km 10-20) am Kanal lief man konstant gegen den Wind und es war ziemlich frisch. Hier fiel ich in ein richtiges Tief und hatte ordentlich zu kämpfen. Aber mit der richtigen Verpflegung und Anfeuerungen ging es wieder aufwärts. Kurz nach dem Wendepunkt wurde es windstill, also ohne Rückenwind zurück in die Stadt wo die Zuschauermassen wieder zunahmen. Nun gab es noch einen weiteren Schlenker von rund 12 km stadtauswärts. Hier tat es richtig weh, weil die Strecke welliger wurde. Bei km35 war rechnerisch eine neue knappe Bestzeit möglich. Anstatt eines weiteren Tiefs  konnte ich mein Tempo steigern, obwohl das Leiden immer mehr zunahm. Dann kam er endlich, der Einlauf ins Stadion, nach 4:20 überquerte ich die Finishline. Die Stimmung war einfach atemberaubend. Die neue Bestzeit von 11:09 Stunden war die Krönung dieses Triathlonfestes.

Wobei in Roth mehr das Erlebnis als die Leistung zählt. Die Stimmung und Atmosphäre sind hier einfach eine Klasse für sich, einfach unbeschreiblich. Dass muss man einfach erlebt haben. 

Text: Michael Schölzl

Bilder: Michael Schölzl / Albrecht Blessing