Triathlon- und Ausdauersport

Teck-Neckar-Fils - Wernau e.V.

Start small but think big

14.07.2019

Von den großen deutschen Triathlonveranstaltungen in Berlin, Köln, Leipzig, Frankfurt und natürlich Roth hat vermutlich jeder schon einmal gehört. Mit teilweise mehreren Tausend TeilnehmerInnen sind sie Sportevents weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Wer aber kennt den Ebenweiler Triathlon? Wahrscheinlich die wenigsten, obwohl dieser Triathlon am 14. Juli 2019 bereits zum 30. Mal stattgefunden hat. Neben einem Volkstriathlon mit einer Streckenlänge von 0,75/20/5 km wird auch ein Wettkampf über die Olympische Distanz von 1,5/40/10 km angeboten. Für mich als unerfahrenen Triathleten war das die Gelegenheit, auf einem kleinen Triathlon-Event, mit weniger als 150 AthletInnen insgesamt und weniger als 50 auf der Olympischen Strecke, das erste Mal die Olympische Distanz auszuprobieren. Eines sei allerdings gleich vorneweg gesagt: Die geringe Masse wird hier durch Klasse wett gemacht. Hier sind wirklich Top-Hobbysportler am Start. Die drei bestplatzierten Männer finishten die Olympische Distanz unter zwei Stunden! Bestzeit 1:53h. Die beiden Frauen finishten mit 2:15 bzw. 2:16!

Ebenweiler liegt am Schnittpunkt von Sigmaringen, Saulgau und Ravensburg. Nicht weit entfernt von Altshausen. Geschwommen wird im Ebenweiler See. Dieser kleine See ist ein Natursee, der vor über 15.000 Jahren aus dem Schmelzwasser der Gletscher entstanden ist und von der Gemeinde Ebenweiler heute als Badesee gepflegt wird. Sehr naturbelassen. Kurz vor dem Start wird mit einem kleinen Boot noch das Seegras gemäht. Trotzdem lässt sich beim Schwimmen der Kontakt mit Gräsern und Seepflanzen nicht ganz vermeiden, was sich teilweise als Herausforderung darstellt. Auf sei ein Seerosenblatt im Gesicht, wird man im Schwimmtraining nicht hingewiesen. Ich bin aber trotz Grünzeug ganz gut durchgekommen und war nach den 2 x 750 m mit kurzem Landgang ganz zufrieden mit mir.

Überhaupt ließ die Organisation des Wettkampfs nichts zu wünschen übrig. Es lief alles sehr harmonisch ab. Vom Abholen der Unterlagen bis zum Einrichten der Wechselzone überall nur freundliche Gesichter und entspannte Athleten. Alles ohne Stress und Hektik, aber mit der nötigen „Triathlonverbindlichkeit“. Ihr wisst schon, beim Einchecken muss der Kinnriemen am Helm geschlossen sein. Auch beim Briefing wird schnell klar, der Wettkampf und die Regeln werden ernst genommen. Sowohl den Veranstaltern als auch den Athleten spürt man ihre Wettkampferfahrung an. Und ich habe mir meine Unerfahrenheit nicht anmerken lassen… Mein Kinnriemen war trotzdem geschlossen.

Beim anschließenden Radfahren über vier und dem Laufen über zwei Runden erweist sich Ebenweiler alles andere als eben. Gleich nach dem Radstart geht es mit einem langgezogenen Anstieg ordentlich zur Sache. Überhaupt ist sowohl das Radfahren als auch das Laufen ein stetiges Auf und Ab. Die Laufstrecke verläuft teilweise auch über groben Untergrund flowig durch den Wald. Das war ganz nach meinem Geschmack.

Als ich dann zum Schluss als Dritter meiner Age-Group auch noch auf die Bühne durfte, um eine Urkunde und ein kleines Präsent in Empfang zu nehmen, habe ich Ebenweiler fest in mein Herz geschlossen.

P.S. Jeder und jedem Vereinskollegen, der bisher diese Dreierkombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen noch nicht im Wettkampf ausprobiert hat, ist dieser Triathlon in Ebenweiler wärmstens zu empfehlen. Traut euch!

Und vor allen Dingen auch den Semi-Profis unter euch. Wenn ihr mal gegen echte Gegner antreten wollt… 



Text und Bilder: Thomas Bitzer