Ironman Maastricht


Armin Picht erreicht beim IM Maastricht in einer Gesamtzeit von 10:37 Stunden einen hervorragenden 12. Platz in der AK 50. Der Rückblick über seinen Saisonhöhepunpt fällt entsprechend positiv aus:

So, jetzt eine Woche nach dem Rennen sitze ich entspannt auf dem Sofa und kann vom IM Maastricht berichten. Dauert immer noch eine Weile bis man wieder runter kommt. Der Muskelkater war drei Tage richtig heftig. Die letzten Wochen vor einem solchen persönlichen Highlight ist man gedanklich immer  in der Wettkampfvorbereitung. D.h. auch mental musste ich erst wieder im Normalmodus ankommen.

Aber der Reihe nach: Anreise am Freitagnachmittag nach Holland. Die üblichen Staus in der Ferienzeit, ansonsten alles ohne Probleme. Wir haben ein Hotel in der City gebucht und können bequem den Wettkampfbereich zu Fuß erreichen. Maastricht ist eine überschaubare Stadt. Überall Leute, die leicht nervös sind, bunte Socken anhaben und Pasta essen.  Und wie immer beim Ironman alles „ very international“. Eine klasse Atmosphäre. Endlich unter uns : -) Alles gut, die Vorfreude steigt.

Samstag: Die übliche Routine. Registrieren, nochmals die Ausrüstung  checken und  30 Minuten aufs Rad. Jetzt regnet es doch tatsächlich Bindfäden hier in Flandern! Bis zum Nachmittag hat sich alles beruhigt. Die Wetterprognose für Sonntag ist gut: 22 Grad, kein Regen, wenig Wind.

Für mich, der die letzten Rennen bei sehr hohen Temperaturen hinter sich gebracht hat, ideale Voraussetzungen. Yes! Am Abend gibt’s ………..Pasta im Hotel und dann früh ins Bett.

Sonntag: RACE DAY. Endlich. Ich habe ganz gut geschlafen und bin schon kurz vor dem Wecker um 04:30 Uhr wach. Antje steht mit mir auf und kommt zum Frühstück und zum Schwimmstart mit. Die Stimmung am Morgen vor dem Rennen ist toll. Alle gehen  nochmal kurz in die Wechselzone um die  Ausrüstung zu checken. Den Neo ziehe ich gleich an. Ist doch noch ein bisschen frisch heute Morgen. 7:30 Uhr dann „Rolling start“. Selbst für mich als erfahrenen  Triathleten noch was Neues. Vorbei die Zeiten des Massenschwimmstarts in der man sich wie in einer Waschmaschine die ersten 500 Meter durch das Feld ackern muss. Wir sind in einer Art Gatter und werden immer in 4er Gruppen rausgelassen. Erinnert mich so n bisschen an Viehtrieb. Das Testosteron kann man fast schon riechen! Schwimmen läuft super. Alles relaxed und viel Platz um seinen eigenen Rhythmus zu finden. Bei Kilometer 1,5 ein kurzer Landgang und schon geht’s wieder zurück. Overall bin ich nach 1 Std und 3 Minuten in die Wechselzone eingebogen und habe mich fantastisch gefühlt. Jetzt aufs Rad. Die Strecke führt in zwei Runden durch Limburg. Wir fahren einen Teil in Belgien. Am Freitag im Hotel hat ein Mädel berichtet, dass die Straßenverhältnisse vor allem in Belgien nicht so gut sein sollen. Ich habe mein Trinksystem und meine Tasche mit Ersatzschlauch nochmals zusätzlich mit Kabelbindern gesichert. Gute Entscheidung! Das Höhenprofil ist für uns Schwaben eher zu vernachlässigen. Ein paar kurze aber knackige Anstiege, sonst nichts dramatisches. Die Strecke insgesamt ist technisch anspruchsvoll, da wir viel auf Nebenstrecken und Forstwegen unterwegs sind und zwischendrin viele Richtungswechsel anstehen. Am Ende der Runde dann aber gute Straßen und -hey wir sind  auf Teilen des Amstel Gold Race unterwegs - auch noch eine Pflastersteinpassage. Mir geht’s immer noch sehr gut. Meine Renneinteilung hat funktioniert. Noch nicht mal das übliche Motivationsloch bei Kilometer 120 gehabt. Nach 5 Stunden und 24 Minuten vom Rad. Wollte eigentlich 10 Minuten schneller sein, da ich aber die Strecke vorher nicht gekannt habe bin ich zufrieden. Beim Wechsel motiviert mich Antje, die zwischendurch ein Mittagsschläfchen und eine Shoppingrunde hinter sich gebracht hat, für den abschließenden Marathon. Läuft gut im wahrsten Sinne des Wortes. Bei Kilometer 20 wird mir klar, dass heute nicht mehr viel schief gehen wird. Ich kenne meinen Körper ganz gut und weiß dass ich jetzt stetig etwas langsamer werde aber alles im grünen Bereich bleibt. Ich kann das Rennen jetzt sogar genießen und freue mich über die vielen netten Holländer, die am Rande der Strecke ordentlich Rabatz machen. Den Kollegen mit der holländischen Nationalflagge auf dem Hintern, der die ersten 30 Kilometer vor mir läuft, knacke ich bei Kilometer 37. Die letzten 2-3 Kilometer kann ich sogar nochmal zulegen (Naja in Echtzeit waren das so 10 ca.  Sekunden schneller pro Kilometer). Ziel mit Marathon von genau 4 Stunden. Ergibt eine Endzeit von 10 Stunden und 37 Minuten. Ich bin happy und voll zufrieden. Immerhin Platz 12 in der AK M50. Antje ist froh, dass ich einigermaßen gerade aus dem Zielbereich gehumpelt komme und es mir soweit gut geht. Jetzt das Rad und den Neon holen und ab ins Hotel.

Am Abend, da bin ich ganz Traditionalist,  Mc D: Big Mac Menü!

Wir haben uns dann noch an der Laufstrecke ins Café gesetzt und die Leute angefeuert, die um 22:00 Uhr noch immer unterwegs waren. Respekt vor diesen Triathleten, die sich durchkämpfen und dann irgendwie das Ziel erreichen. In solchen Augenblicken ist mir der Spirit dieses Sports nahe wie sonst nur noch selten.

Fazit: Viel Spaß an der Maas!

Grüße Armin.

 Armins 10 IM Finisher-Shirt - Respekt!