Freiburgmarathon


Bei seinem 7. Marathon sollte es endlich klappen. Nach dem Einsteinmarathon 2014 in Ulm (3:40:11 Stunden), dem Freiburgmarathon 2015 (3:33:32 Stunden) wollte Albrecht Blessing jetzt die dreieinhalb Stunden endlich unterbieten. Ob es geklappt hat, berichtet er selbst.

 

Anfängerfehler Lektion 7 – Mexikanisch statt Pastaparty

Wenn ich beim 7. Marathon immer noch von Anfängerfehlern schreibe, heißt das, man lernt hier immer wieder etwas Neues. Auch wenn man es sich noch so sehr wünscht, der Verlauf und die Zielzeit sind nur bedingt plan- und berechenbar.

Im Vorfeld sah alles richtig gut aus: Ich hatte die Anzahl der langen Läufe über 30 km noch einmal erhöht und die Tempoeinheiten liefen prima. Auch die Wettervorhersage stimmte. Selbstbewusst entgegnete ich deshalb allen, die es wissen wollten, dass ich dieses Mal die 3:30 unterbieten werde.

Am Vorabend habe ich mit meiner Frau Teile der Strecke in der Innenstadt besichtigt um auszumachen, wo wir uns beim Lauf sehen können. Dabei kamen wir an einem mexikanischen Restaurant vorbei. Kurzentschlossen entschieden wir das übliche Pastaessen durch ein mexikanisches Mahl zu ersetzten. Die Details möchte ich euch ersparen. Jedenfalls habe ich das Essen offensichtlich nicht vertragen und den weiteren Abend zunehmend auf der Toilette verbracht. Am nächsten Morgen ging es wieder besser. Ich war immer noch zuversichtlich mein Ziel zu erreichen. Nach der Hälfte der anspruchsvollen Strecke (Kopfsteinpflaster, 250 hm), die ich wie geplant in 1:44:03 Stunde absolvierte, spürte ich erste Krämpfe im Bauch. Zwei Dixi-Klo Pausen sorgten nicht nur dafür, dass mein Ziel in weite Ferne rückte. Ich war zunehmend geschwächt und bei 22°C auch leicht dehydriert. Jeder der schon eine Krisensituation in einem Wettkampf erlebt hat, kann sich vorstellen, was jetzt in meinem Kopf abging. Die Stimme „halte durch, egal wie“ konnte sich durchsetzen und im Nachhinein bin ich stolz, diesen Marathon noch deutlich unter 4 Stunden (3:52:39) beendet zu haben.

Noch ein Paar Anmerkungen zum Freiburgmarathon und zu Marathons allgemein:

Der Freiburgmarathon bietet mit seinen zahlreichen Schleifen durch die Innenstadt und 42 Bands an der Strecke eine tolle Atmosphäre. Auf der 2. Runde, wenn von 6000 Startern nur noch 700 übrigbleiben, die über die volle Marathondistanz laufen, wird es an manchen Stellen ziemlich einsam. Ein Getränkestand am Dreisamstadion, den ich dringend benötigt hätte, hatte tatsächlich schon abgebaut. Die dachten wohl, das Rennen wäre schon vorbei.

Die zahlreichen Kinder am Streckenrand, die ihre Arme ausstrecken um abgeklatscht zu werden, sollten sich genau überlegen, was sie da tun. Zu ihrem Besten habe ich sie nach meinen unfreiwilligen Zwischenstopps ignoriert. Einen Kilometer war ich beschäftigt darüber nachzudenken, was sich neben Schweiß und Resten von klebrigen Gels so alles an Läuferhänden befindet und habe beschlossen, das Abklatschen auch zukünftig sein zu lassen.

Einen weiteren Kilometer habe ich darüber nachgedacht, was ich das nächste Mal auf die Frage antworte, in welcher Zeit ich ankommen möchte. Ein bescheidenes „eigentlich möchte ich nur ankommen“ bringt einen später nicht so in Erklärungsnöte. Trotzdem glaube ich, wer so antwortet ist nicht ehrlich. Ich möchte Bestzeit laufen auch wenn mir klar ist, dass dafür alles passen muss.

In diesem Sinne: Auf ein Neues am 23.10. in Dresden.

Albe 1.jpgFreiburg bietet viel Stimmung an der Strecke, aber in der 2. Runde wird es teilweise auch sehr einsam.