IRONMAN Barcelona am Sonntag, 04.10.2015


Michael Schölzl  von den TriAs Wernau konnte trotz "durchwachsener Vorbereitung" beim IRONMAN Barcelona am Sonntag, 04.10.2015 eine beachtliche Leistung vorweisen. Nach 11:34:13 Stunden war die Langdistanz mit 3,8 Kilometern Schwimmen im Meer, 180 Kilometern Radfahren und 42,2 Kilometern Laufen geschafft.

Tatsächlich fand der Ironman Barcelona rund 60 Kilometern nördlich, weit vor den Toren der katalanischen Hauptstadt Barcelona entfernt statt. Ausgesucht dafür hatten sich die Ironmanveranstalter den Badeort Calella an der Costa Brava. Ideal in der Nachsaison für die 2600 Athleten nebst Anhang in den vielen "Hotelburgen" eine wettkampfnahe Unterkunft zu finden.

Für den erfahrenen 31jährigen Langdistanz-Finisher (ohne Meer-Erfahrung) war die  bange Frage: wie werde ich mit dem Meer zurecht kommen. Waren die Tage vorher an der Costa Brava doch von stümischem Wind und extrem hohen Wellen geprägt.

Am Starttag das Wetter: der Himmel bedeckt, ungefähr 21 Grad Luft- und Wassertemperatur und leichter Wellengang (aus Sicht der Zuschauer).

Nach dem Start der 150 Profitriathleten, zuerst die Männer, dann die Frauen, gab es für die übrigen 2500 Athleten einen "Rolling Start", der um 8.45 Uhr erfolgte.
Nacheinander wurden die Athleten in die recht starke Brandung Richtung Schwimmkurs verabschiedet. Der gesamte Startvorgang dauerte über eine Viertelstunde; dann waren alle Athleten im Wasser.

Etwa 200 Meter vom Ufer entfernt konnten die Schwimmer einen parallelen Kurs zur Küste einschlagen. Am Wendepunkt, so erzählt M. Schölzl, waren die Wellen aber so stark  und schlugen ihm auf den Bauch, so dass er sich mehrmals übergeben musste. Mit Brustschwimmen wurde diese Krise jedoch überwunden, bis sich alles wieder beruhigt hatte. Einzig der Ausstieg aus dem Meer wurde insofern erleichtert, da die Brandung die Schwimmer, teilweise mit spektakulären Einlagen an Land spülte. Doch das Schwimmen hatte Spuren hinterlassen.

"Fünf Minuten Ausruhen in der Radwechselzone mussten sein", um sich wieder zu sortieren und zu erholen. Sorgenvoll beobachtet von seiner Frau Mimi und seinen zwei kleinen Kindern. Und die angereisten Fans Bernhard und Renate Preuß machten sich schon Gedanken, weil Michael zum Radstart so lange auf sich warten ließ.

Der "Rest" - der sei vorweggenommen - lief für Michael wie geplant: Auf der Richtung Barcelona entlang führenden Küstenstraße kamen auf mehrmals zu durchfahrendem 180-Kilometerkurs, immerhin mehrere hundert Höhenmeter zusammen. Zum Schluss war dann der Wind noch ein Problem, denn in jeder Fahrtrichtung herrschte Gegenwind. In 5:32:28 Stunden (Durchschnitt >32 km/h) erreichte er das Radziel in Calella.

Im folgenden Marathon - vier Laufrunden - lief es für Michael wunschgemäß, aber wie erwartet waren die letzten 15 Kilometer auf der flachen Strecke der Strandpromenade wieder stark "kampfbetont". Dazu kam die Einsamkeit und Dunkelheit auf spärlich beleuchteter Laufstrecke, nachdem das Zuschauerzentrum in Calella verlassen war. "Stimmungsnester, wie bei den klassischen deutschen Langdistanzen gibt es hier nicht". Nach 4:24:47 Stunden war der Marathon Geschichte. Um ca 20.30 Uhr erreichte Michael den Zieleinlaufkanal - einmalig inszeniert - mit der erlösenden Begrüßung "You are an IRONMAN".

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Zum Bild: Ein sichtlich entspannter IRONMAN-Finisher Michael Schölzl. Trotz anfänglicher Probleme in aufgewühlter See, fand der Wernauer Triathlet im Laufe des Wettkamptes wieder zu gewohnter Stärke zurück - ebenso froh über den gemeisterten Wettkampf war Bernhard Preuß, einer seiner Fans beim Barcelona-IRONMAN.

 

Ergebnisse im Einzelnen:

Gesamtzeit: 11:34:13 Stunden,  Gesamtplatzierung: 1087. von 2556 Athlethen.
S: 1:21:12 Std.
R: 5:32:28 Std.
L: 4:24:47 Std.

Wechselzeiten: ca. 15 Minuten

Weitere Ergebnisse:

1. Platz Männer: David Plese in 08:02:20 Stunden (Slowenien)
3. Platz und schnellster Deutscher: Peer Bittner in 8:06:23 Stunden

1. Platz Damen: Yvonne van Vlerken in 8:46:44 Stunden (NL)