IRONMAN Kopenhagen


Die 33jährige Andrea Grupp von den TriAs Wernau hat sich einen sportlichen Traum verwirklicht. Nach ziemlich genau vier Jahren Vorbereitung bei den Wernauer Ausdauerathleten, hat sie das Ziel IRONMAN oder besser IRONWOMAN zu werden souverän erreicht.

 

Andrea berichtet:

Meine Anreise nach Kopenhagen war am Freitagabend, den 21.08.2015 mit dem Flugzeug. Schnell hab ich mein Appartement gefunden. Und schon abends festgestellt, dass Kopenhagen wirklich die Rad-Hauptstadt Nr.1 ist: überall Radfahrer und Radwege.

Am Samstagmorgen habe ich dann erst einmal ausgeschlafen.

 

Vorbereitungen

Am Vormittag bin ich dann in die Stadt zum Rathaus mit der Metro, um dort meine Startunterlagen zu holen. Weiter dann per Metro zum Radcheck und um mir die Schwimmstrecke anschauen.

Geschwommen wird in einer Bucht in der Ostsee am "Amager Strand". Es sah eher aus wie ein See und das beruhigte mich schon sehr. Von den Quallen war auch nichts zu sehen.

Mittags gings wieder ins Appartement zurück und habe den Kohenhydratspeicher gut aufgefüllt. Am Abend habe ich versucht so früh wie möglich zu schlafen.

 

Der Wettkampftag - Sonntag, 23.August 2015

Um 4 Uhr klingelte dann der Wecker. Ich versuchte dann mit der Aufregung ein wenig Hefezopf zu essen.
Um 5.30 Uhr war ich dann wieder an meinen Rad überprüfte noch mal die Reifen und füllte die Trinkflaschen auf.
Danach versuchte ich ein wenig zur Ruhe zu kommen, dehnte mich und machte mich ein wenig warm. Eine halbe Stunde vor dem Start den Neoprenaanzug anziehen und mich Richtung Strand begeben. Ich konnte noch zu sehen, wie die Profis starteten und die Altersklasse vor mir.

 

Schwimmen - 3,8 Kilometer

Um 7.10 Uhr war ICH dran - überraschend ruhig und sagte mir: "Nur 3,8 Kilometer Schwimmen, das hab ich jetzt schon oft trainiert, Das schaff ich!" Diesen Satz hab ich dann mir noch öfters im Rennen sagen müssen. Das Schwimmen ging ich ganz locker an, bis ich meinen Rhythmus gefunden hatte. Es war dann auch schneller vorbei als ich dachte in 1:15 Stunden.

 

Wechselzone 1

Aus dem Wasser raus Wechselbeutel geschnappt, leicht zu finden die Startnummer 100, und dann ins Damen Wechselzelt. Neo aus - Helm, Schuhe, Startnummer und Brille an. Das Rad war auch schnell gefunden und dann auf die Radstrecke.

 

Andreas_Maschine_IM Kopenhagen_230815.jpg

Zum Bild: Das Arbeitsgerät von Andrea - 6:01 Stunden auf dem Rad unterwegs, auf ihrer Paradedisziplin.

 

Die Radstrecke - 180 Kilometer

Darauf hab ich mich an meisten gefreut, relativ flach nur ein paar Wellen ca. 900 Höhenmeter, genau mein Ding. Leider kam auch noch ein recht starker Wind dazu, aber ich versuchte meine geplantes Tempo zu halten - hatte eine 28-30iger Schnitt angepeilt. Und es blieb dann bei 29,8 Kilometer pro Stunde und mir ging es super bis auf die Kopfschmerzen, die bei Kilometer 140 dazu kamen.

Durchhalten: Ich schaff das!!

Die Radstrecke führte erst durch Kopenhagen mit vielen Kurven und holprigen Straßen . Dann raus aus der Stadt und an der Küste entlang. Danach ging es ins Landesinnere und es kamen die Wellen und Hügel. Landschaftlich sehr toll. In den Dörfern auch immer wieder die netten, begeisterten Dänen, die mir zujubelten. Zwei Runden durfte ich das genießen. Dann ging es wieder nach Kopenhagen rein. Und auf die Laufstrecke.

 

Das Laufen - 42,1 Kilometer

Davor hatte ich an meisten Respekt und ein wenig Angst. Laufen ist einfach nicht meine Lieblingdisziplin und ich wußte: jetzt muss ich irgendwann kämpfen.
Nach der Wechselzone fühlten sich die Bein ganz gut an und ich verfolgte meinen Plan: nicht zu schnell loslzulaufen und bei den Verpflegungsstellen darf ich gehen. Der Plan ging auch gut auf, bis ich etwa die Hälfte hinter mir hatte. Meine Kopfschmerzen hörten nicht auf, was vermutlich an der Hitze lag. In der Sonne hatte es gefühlte 30 Grad (es waren vielleicht auch nur 26 Grad) und so langsam schmerzten die Füße und die Beine.
Aber die verrückten Dänen und mein einziger Fan an der Strecke trieben mich immer weiter an. Ich musste vier Runden durch Kopenhagen laufen, vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten. Die Laufstrecke: einfach nur toll und das Publikum erst recht.
Die letzten acht Kilometer bin ich nur noch sehr sehr langsam gelaufen und öfters kurz gegangen, aber das war mir im Moment total egal - ich wollte nur noch ins Ziel.

 

Der Zieleinlauf

Und dann war er auch plötzlich vor mir, der Ziel-Einlauf. Der Beste, den ich bisher durchlaufen bin. Ich war sehr gerührt und sooo stolz. Und als ich dann hörte: Andrea, you are an Ironman, war ich der mehr als glücklich und ja es floß auch die ein oder andere Träne :-).

Andrea_Lauf_IM Kopenhagen_230815.jpg

Zum Bild: Zwar noch nicht im Ziel, aber die gnadenlosen letzten Kilometer, die vergisst man nicht so schnell.

 

Meine Gefühle

All das Training und zu verzichten auf Freunde und das" normale" Leben, das hat sich total gelohnt .
Ich hoffe mein Dauerlächeln hält noch lange an.

Andrea mit Medaille IM Kopenhagen_230815.jpg

Zum Bild: Nach dem Zieleinlauf eine überglückliche Andrea Grupp. Gratulation von allen TRiAs Wernau!

Meine Zeiten:

Gesamtzeit: 12:26 Stunden, Over all Position: 545

Schwimmzeit 1:15
Radzeit 6:01
Laufzeit. 4:57

Wechselzeiten je ca. 6 Minuten

Starter gemeldet: ca.2600

Ins Ziel kamen: ca. 2400

 

Redaktion: bp