Bodensee Megathlon - Das Familienduell


„Ich mache nie wieder Sport“, war der erste Satz von Albrecht Blessing, nachdem er nach fast 6 Stunden völlig erschöpft im Ziel ankam. Keine 5 Minuten später hörte sich das aber schon wieder ganz anders an: „Nächstes Jahr gibt es eine Revanche“.

Vorausgegangen war ein Multisportevent, dass jedes Jahr am letzten Wochenende im Juli  bis zu 2000 Sportler nach Radolfzell an den Bodensee lockt. Insgesamt 115,1 Kilometer und 1163 Höhenmeter sind in 5 unterschiedlichen Disziplinen (1,5 km Schwimmen, 44,5 km Rennrad, 22,7 Inlineskaten, 36,4 km Mountainbike, 10 km Laufen) als Einzelstarter, im Duo oder im 5er-Team zu bewältigen.

Nachdem die Familie Blessing in letzter Zeit mehrmals als Team für die TriAs Wernau gestartet war, gab es aufgrund der gesundheitlich bedingten Absage von Andreas Benz einen kleinen familieninternen Wettkampf. Patrick bekam mit seinen 14 Jahren (das Mindestalter beträgt eigentlich 18 Jahre) vom Veranstalter eine Sondergenehmigung zum Start mit seiner Mutter Michaela als „Couple“. Albrecht startete in diesem Jahr zum ersten Mal als Einzelstarter.

Punkt 8.00 Uhr morgens fiel der Startschuss für das Schwimmen auf einem Dreieckskurs im vom Wind aufgewühlten Bodensee. Patrick hatte hier als Wasserballer die Vorteile klar auf seiner Seite. Er übergab nach 27 Minuten als 4. (!) der Couple – Wertung  den Transponder an Michaela, die zunächst einmal die Rennradstrecke vor sich hatte. Mit einem Rückstand von 10 Minuten nach dem Schwimmen machte sich Albrecht auf die Verfolgung. Nachdem er auf dem höchstem Punkt der Strecke, dem Schiener Berg, Michaela noch nicht einholen konnte, wurde ihm klar, dass dieser Wettkampf richtig schwer werden würde. Erst nach der Abfahrt konnte er sie überholen und bis zum Wechsel auf die Skates noch einmal  5 Minuten Vorsprung herausfahren.

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Albrecht auf der Verfolgungsjagt

Das Skaten im Anschluss an das Rennradfahren war bei teils kräftigem Gegenwind auch für die geübten Speedskater eine besondere Herausforderung. Michaela schaffte die Strecke trotz heftiger Rückenschmerzen in 60 Minuten. Albrecht gelang es, seinen Vorsprung  auf fast 12 Minuten auszubauen.

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Ein ungewohntes Bild: Michaela im TriAs Outfit auf Skates

Auf dem Mountainbike ließ aber dann nach über 4 Stunden Wettkampfdauer nicht nur die Kraft, sondern auch die Konzentration nach. 10 Kilometer vor der Wechselzone stürzte er aufgrund einer  Unachtsamkeit und musste den Rest der Strecke mit schmerzhaften Schürfwunden und einer schleifenden Scheibenbremse zurücklegen. Patrick, der den Transponder für das Mountainbiken wieder übernommen hatte,  machte seine Sache hervorragend und konnte über 5 Minuten gutmachen, bevor er seine Mutter auf die Laufstrecke  schickte.

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Patrick macht auf dem Moutainbike wieder Zeit gut

Diese führte über 2 Runden durch die Innenstadt. Am Ende ihrer ersten Runde kam ihr Albrecht entgegen. Es waren nur noch 200 Meter die zwischen ihnen lagen. Beide erhöhten noch einmal das Tempo. Bei Kilometer 6 zwangen Krämpfe Albrecht zu einer Gehpause. Michaela zog freudestrahlend an ihrem Mann vorbei. Das Rennen war entschieden. Mit einer Zeit von 5:47:10 Stunden wurden Michaela und Patrick 23. in der Couple-Wertung. Albrecht benötigte 5:50:16 Stunden und belegte damit Platz 41 von 71 Finishern.

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 Rennverlauf

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Einige Zeit nach dem Rennen können alle wieder lachen

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