Kult-Triathlon in Immenstadt am Sonntag, 24.08.2014


Vier Wernauer Triathleten trotzen beim Allgäu Triathlon in Immenstadt widrigsten Bedingungen bei ungewöhnlich kalten Bedingungen.

Trotzdem beachtlich: bei dieser Wetterlage in den Allgäuer Alpen überhaupt zu starten und dann noch zu finishen.

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Zum Bild: Tief hängende Wolken, Regen, die Wassertemperatur bei 16 Grad Celsius, weitaus wärmer als draußen. Das ist Triathlon in Immenstadt im Hochsommer. Das macht den Allgäu-Triathlon zum Kult. Was bleibt dem Kommentator zu sagen - "Ein ein heißer Kampf im Wasser des Alpsees um die Wende-Boje" - der hierbei ins Frösteln kommt. 

Laut Statistik hatten 488 Athleten zur olympischen Distanz, 1,5 Kilometer Schwimmen, 10,5 Kilometer Laufen und 45 Kilometer Rad fahren sich angemeldet. Davon kamen nur 357 ins Ziel. Die Ausfallquote betrug 131 Starter bzw. es waren aufgrund der extremen Wetterlage dieses Sommers viele erst gar nicht angetreten.
Anders die Wernauer Silvie Vogt, Klaus Dannenmann, Chrsitian Vogt und Albrecht Blessing.

Albrecht Blessing finishte seinen ersten Triathlon und Christian Vogt meldete sich eindrucksvoll nach längerer Zwangspause zurück und war schnellster Wernauer und Klaus Dannenmann hat Verbesserungspotentiel ausgemacht. Alle drei "Jungs"  berichten:

Christian Vogt: "Für mich war das Schwimmen der härteste Teil des Wettkampfes. Der Alpsee war mit 16 Grad Celsius so kalt, dass trotz eine Neoprenanzuges das Atmen schwerfiel. So hat es lange gedauert, bis ich einen normalen Schwimmrhythmus gefunden hatte und war froh, als ich endlich auf dem Rad saß. Zum Glück war ich noch schnell in mein Langarmtrikot geschlüpft, im Triathlon-Einteiler wäre ich erfroren.

Die Radstrecke war, wie ich sie mir wünschte: steil bergauf, nasse Kurven bergab und auf den Geraden richtig Gegenwind.

Das „Warmlaufen“ nach dem Radsplit fand endlich bei Sonnenschein statt. Nach dem ersten Wendepunkt hatten mich meine vereinsinternen Verfolger Albrecht und Klaus dann im Focus. Ich habe versucht Stärke zu demonstrieren und nicht allzu langsam auszusehen – und es hat geklappt. Ich konnte einen kleinen Vorsprung ins Ziel retten.“ Anm. d. Red.: Mit 3:03:06 Stunden lag er deutliche vier Minuten vor seinem ersten "Verfolger".

Der Allgäu Triathlon trägt seinen Ruf als Kultveranstaltung zu Recht. Ein knüppelharter Wettkampf, der uns bei diesen Bedingungen alles abverlangt hat. Zusammen mit den Profis auf der Strecke zu sein, mit einer tollen Zuschauerkulisse hat dieser Wettkampf richtig Spaß gemacht."

Albrecht Blessing, der Triathlon-Neueinsteiger berichtet: "Manche Dinge verlieren in einem noch schlimmeren Kontext ihren Schrecken. So war der Einstieg in den 16 Grad Celsius kalten Alpsee für mich gut auszuhalten, da der See der bei weitem der wärmste Ort an diesem verregneten Morgen war - mit Außentemperaturen unter 8 Grad Celsius.

Der sagenumwobene Kalvarienberg in Immenstadt bei Kilometer vier der Radstrecke mit seinen 16 Prozent Steigung sorgte dafür, dass ich seit dem Ausstieg aus dem Wasser zum ersten Mal wieder meinen steif gefrorenen Körper spürte.

Als dann beim Laufen die Sonne herauskam und allmählich auch das Gefühl in meine Füße zurückkehrte, konnte ich den Wettkampf in dieser herrlichen Landschaft kurze Zeit richtig genießen. Doch dann tippte mir Klaus, den ich beim Radfahren noch überholen konnte, kurz vor dem zweiten Wendepunkt der Laufstrecke lächelnd von hinten auf die Schulter. Ich hatte nichts mehr entgegenzusetzen, als er an mir vorbeizog.

Im Ziel überwog dann doch die Freude und der Stolz, diese Herausforderung gemeistert zu haben. Ich hatte meinen ersten Triathlon geschafft!"

Klaus Dannenmann: " Die Bedingungen wurden ja ausführlichst beschrieben. Ich finde so ein Sauwetter genial - wie bei kleinen Kindern die im Matsch spielen. Christian (Chrissel) hatte mit mir noch eine Rechnung vom letzten Jahr offen.  Er hatte bereits vor dem Wettkampf erklärt, dass es sein Ziel ist, beim Radfahren so viel Vorsprung herauszufahren, dass ich ihn beim Laufen nicht mehr einholen kann. Das hat er dann genial umgesetzt, da hatte ich keine Chance.

Mein Schwimmen hat sich nicht gut angefühlt, war dann aber doch recht schnell vorbei. (Anm. d. Red.: Er war mit 28 Minuten schnellster Wernauer Schwimmer). Chrissel und Silvie haben mich dann in der Wechselzone überholt. Ich muss Anziehen üben!
Silvie konnte ich dann am Kalvarienberg einholen, Chrissel war weg. Die Radstrecke hat mir alles abverlangt, und dann kam Albrecht. So schnell wie er da war, war er auch wieder weg
Als es dann auf die Laufstrecke ging kam nochmal Freude auf. Lange hatte ich Albrecht im Blick und konnte mich langsam "anschleichen". Kurz vor dem Ziel konnte ich ihn dann überholen, war mir aber nie sicher, ob nicht noch ein Konter kommt.
Meinen Mitstreitern möchte ich gratulieren. Ihr wart Spitze! Ich denke jetzt gibt es wieder einige offene Rechnungen und ich freue mich riesig, mich bald wieder mit Euch zu messen - Euch zu schlagen!"

In einer Gesamtzeit von 3:03:06, 3:07:41 und 3:08:21 Stunden kamen die Männer Vogt, Dannenmann und Blessing knapp hintereinander ins Ziel. Triathlonfrau Silvie Vogt folgte mit 3:23:43 Stunden.

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Zum Bild: Absolut entspannt: Die Freude über einen gelungenen Wettkampf ist den vier Triathleten anzusehen. Albrecht Blessing, Silvie und Christian Vogt sowie Klaus Dannenmann sind zu echten Outdoor-Spezialisten gereift - Gratulation!


Für die Schwimmstrecke über 1,5 Kilometer benötigten die Athleten rund zwischen 28 und 33 Minuten, für die 45 Kilometer lange Radstrecke zwischen 1:36 und 1:50 Stunden und für die 10,5 Kilometer lange Laufstrecke zwischen 46 und 56 Minuten.

Auch die Wechselzeiten gehören zur Gesamtzeit dazu. Bis zu sieben Minuten waren erforderlich, um nach dem Schwimmausstieg mit kalt gefrorenen Gliedern den Neoprenanzug "los zu werden" und die Radbekleidung und Schuhe anzulegen.